Haushaltsrede 2026
Erstelldatum21.07.2026
Rede zur Vorstellung und Einbringung des Haushalts der Gemeinde Weitramsdorf für das Jahr 2026
am 20. Juli 2026
Liebe Gemeinderätinnen und Gemeinderäte,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
liebe Vertreter der Presse,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
heute bringen wir den Haushalt der Gemeinde Weitramsdorf für das Jahr 2026 ein.
Wie sich bereits in den vergangenen Jahren abzeichnete steht er wie bei so vielen Kommunen unter dem Eindruck angespannter finanzieller Rahmenbedingungen.
Die Herausforderungen sind groß, der Gestaltungsspielraum wird geringer. Und dennoch: Wir übernehmen Verantwortung. Verantwortung für unsere Gemeinde und für unsere Zukunft.
Der Verwaltungshaushalt umfasst im Jahr 2026 insgesamt 12.860.700 Euro, der Vermögenshaushalt 6.220.000 Euro. Damit legen wir Ihnen einen ausgeglichenen, solide finanzierten und verantwortungsvoll aufgestellten Haushalt vor.
Zu den wichtigsten Einnahmen zählen der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer mit 3.905.000 Euro sowie die Schlüsselzuweisungen in Höhe von 2.562.676 Euro.
Dem gegenüber steht jedoch eine erhebliche Belastung auf der Ausgabenseite. Mit 3.267.893,34 Euro stellt die Kreisumlage erneut mit großem Abstand unsere größte Ausgabenposition dar. Das ist eine Mehrbelastung von 477.375,42 Euro.
Hier zeigt sich sehr deutlich die Entwicklung, die wir seit Jahren beobachten: Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben geht immer weiter auseinander. Die Kosten für unsere Pflichtaufgaben steigen kontinuierlich, sei es im sozialen Bereich, bei der Kinderbetreuung, der Infrastruktur oder der allgemeinen Daseinsvorsorge.
Gleichzeitig wachsen die kommunalen Einnahmen längst nicht in gleichem Maße mit.
Der Ansatz bei der Gewerbesteuer beträgt in 2026 - 470.000 Euro, gegenüber 438.800 Euro im Vorjahr. Die gesetzliche Mindestzuführung an den Vermögenshaushalt beläuft sich auf 91.000 Euro.
Der Haushalt 2026 steht deshalb auch unter dem Leitgedanken der Haushaltsdisziplin.
Wir haben in verschiedenen Bereichen Ausgaben überprüft, gekürzt oder gedeckelt. Diese Entscheidungen sind uns keineswegs leicht gefallen. Sie waren jedoch notwendig, um unsere finanzielle Leistungsfähigkeit langfristig zu sichern.
Auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen ihren Teil dazu bei.
Trotz steigender Aufgaben schaffen wir weder in der Verwaltung noch im Bauhof zusätzliche Stellen. Stattdessen wurden Aufgaben neu organisiert und Arbeitsabläufe effizienter gestaltet. Auch die Digitalisierung in der Verwaltung schreitet konsequent voran. Künftig soll dabei auch der Einsatz von KI dazu beitragen, Verwaltungsprozesse effizienter zu gestalten, Mitarbeitende zu entlasten und den Bürgerservice weiter zu verbessern.
Die Personalkosten steigen dennoch aufgrund der Tarifabschlüsse um 3,85 Prozent auf insgesamt 2.718.600 Euro. Das entspricht Mehrausgaben von rund 100.000 Euro.
Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich betonen: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten tagtäglich weit mehr als das, was in einer Stellenbeschreibung steht. Sie übernehmen zusätzliche Aufgaben, springen flexibel ein und tragen mit großem Engagement dazu bei, dass unsere Gemeinde zuverlässig funktioniert.
Ebenso dürfen wir die Menschen, die täglich für unsere Gemeinde arbeiten, nicht überfordern. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ob in der Verwaltung, im Bauhof oder in den weiteren Bereichen der Gemeindeverwaltung, bilden gemeinsam das Fundament für eine leistungsfähige Gemeinde und die erfolgreiche Erfüllung ihrer vielfältigen Aufgaben.
Dafür möchte ich mich heute – auch im Namen des Gemeinderates – ganz herzlich bedanken.
Meine Damen und Herren,
trotz aller finanziellen Herausforderungen investieren wir weiterhin gezielt in die Zukunft unserer Gemeinde.
Ein Schwerpunkt derzeit sind die Sanierung unserer Schulsporthalle in Weitramsdorf, sowie die Schaffung zusätzlicher Räume für die Ganztagesbetreuung.
Ebenso investieren wir in den Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger vor den Folgen von Starkregen und Hochwasser.
Ergänzend zum bereits laufenden Projekt „boden:ständig” arbeiten wir an einem kommunalen Sturzflut-Risikomanagement.
Ein weiteres zukunftsweisendes Projekt gemeinsam mit dem evangelischen Kirchengemeindeamt Coburg, ist der Neubau unseres Kindergartens in Weidach.
Auch die Entwicklung unserer Ortsmitte schreitet weiter voran.
Noch in diesem Jahr werden zwei Gebäude im Ortskern von Weitramsdorf abgebrochen. Damit schaffen wir die Grundlage für eine attraktive Neugestaltung dieses wichtigen Bereiches unserer Gemeinde.
Der Ausbau des Tannenwegs wird uns ebenfalls weiterhin beschäftigen.
Weitere freiwillige Mittel fließen in unseren neuen Kinder- und Jugendtreff, der voraussichtlich Ende des Jahres eröffnet werden kann.
Daneben investieren wir in die Sicherheit und sanieren gerade die Stützmauer am Friedhof in Weitramsdorf und investieren weiterhin in die Modernisierung unserer Kläranlage, damit diese auch künftig den steigenden Anforderungen gerecht wird.
Dieser Haushalt wird wie auch schon im Vorjahr durch Rücklagen der Gemeinde mit einer Entnahme von 1.721.000 Euro gestützt. Das ist vertretbar, aber keine Dauerlösung. Denn Rücklagen sind endlich und betragen planmäßig am Ende des Haushaltsjahres 2026 rund 2.106.000 Euro.
Deshalb richte ich heute auch einen klaren Appell an die Bundes- und Landespolitik.
Die Kommunen brauchen endlich verlässliche Rahmenbedingungen.
Es kann nicht sein, dass den Städten und Gemeinden immer neue Aufgaben übertragen werden, gleichzeitig gesetzliche Standards steigen und die Finanzierung dafür nicht ausreichend sichergestellt wird. Unsere kommunalen Haushalte dürfen nicht weiter ausbluten. Wer starke Kommunen möchte, muss sie auch finanziell in die Lage versetzen, ihre Aufgaben zu erfüllen.
Auch künftig werden wir in Weitramsdorf verantwortungsvoll wirtschaften und sorgsam mit den uns anvertrauten Steuergeldern umgehen.
Gleichzeitig dürfen wir aber unsere Infrastruktur nicht kaputtsparen. Straßen, Gebäude, unsere Feuerwehren und sonstige Infrastruktur erhalten sich nicht von selbst.
Und auch bei der Entwicklung unserer Ortsmitte in Weitramsdorf gilt: Wenn Projekte jahrzehntelang diskutiert werden, hilft das niemandem. Deshalb brauchen wir den Mut, aber auch die notwendige Konsequenz, trotz aller Herausforderungen, vor denen wir heute stehen, die anstehenden Aufgaben entschlossen anzugehen und sie Schritt für Schritt zum Wohle der Menschen vor Ort umzusetzen.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Stärkung unserer Einnahmensituation. Deshalb müssen wir die u. a. die Ansiedlung von Gewerbebetrieben mit Nachdruck fördern und die notwendigen Voraussetzungen dafür schaffen.
Unser Ziel bleibt deshalb klar:
Wir wollen Weitramsdorf voranbringen. Wir investieren dort, wo es notwendig und verantwortbar ist, und setzen unsere finanziellen Mittel mit Augenmaß ein. Trotz eines insgesamt soliden Haushalts bleiben die finanziellen Rahmenbedingungen anspruchsvoll. Steigende Kosten und wachsende Anforderungen verlangen von uns eine sorgfältige Abwägung und einen verantwortungsvollen Umgang mit jedem Euro.
Ich bitte Sie deshalb heute um Ihre Zustimmung zu diesem Haushalt. Mit ihrer Entscheidung übernehmen wir gemeinsam Verantwortung für unsere Gemeinde. Wir stellen uns den Herausforderungen mit einem klaren Blick für die Realität und schaffen zugleich die Grundlage dafür, unsere Gemeinde auch in Zukunft verlässlich, nachhaltig und mit Augenmaß weiterzuentwickeln.
Abschließend gilt mein ausgesprochener Dank unseren hervorragenden Mitarbeitenden in Verwaltung, Bauhof und den weiteren Aufgabenbereichen sowie in besonderer Weise unserem Kämmerer Herrn Reuß und unserem Geschäftsleiter Herrn Geuß für die sorgsame Erstellung dieses Haushalts.
Weitramsdorf, 20. Juli 2026
Hans Steinfelder
1. Bürgermeister


