Info aus erster Hand
Erstelldatum28.01.2026
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
unter dieser Rubrik informiere ich Sie über aktuelle Themen in der Gemeinde. Damit sollen Informationen und Fakten genannt werden, evtl. Unklarheiten ausgeräumt und soweit erforderlich Klarstellungen erfolgen.
Ortsmitte Weitramsdorf – Abbruch, Planung und Ausblick
In der letzten Gemeinderatssitzung wurden die Fördermöglichkeiten und die weiteren Schritte zu den geplanten Maßnahmen in der Ortsmitte erneut im öffentlichen Teil vorgestellt.
Hierzu wurde ein Antrag auf Dringlichkeit durch Gemeinderat D. Juck gestellt.
Ich kann Ihnen mitteilen, dass die Gemeinde – wie bereits kommuniziert – für die beiden vorgesehenen Abbrüche weiterhin Fördermittel über die Regierung von Oberfranken erhält.
Aktuell ist geplant, im Herbst diesen Jahres mit dem Abbruch der beiden gemeindeeigenen Objekte in der Coburger und Schlettacher Straße zu beginnen.
Dabei möchte ich klare Worte sprechen:
Ich bin kein Freund von großen Lücken und Schotterflächen in unserer Ortsmitte. Die Ortsmitte ist derzeit an einigen Stellen schon nicht sehr ansehnlich – durch die Abbrüche wird sich das Ortsbild erneut verändern. Deshalb gilt für mich: Wir dürfen nicht nur einfach abreißen und dann jahrelang eine ungestaltete Fläche stehen lassen. Genau aus diesem Grund habe ich den Abbruch verzögert.
Es wurde in den letzten Jahren viel geredet, viel geplant und viel versprochen. Aber getan hat sich nichts. Darum müssen wir jetzt einmal ernst machen und die Sache richtig angehen.
Nun brauchen wir schnellstmöglich ein belastbares Konzept, eine konkrete, nachhaltige Planung und die zügige Umsetzung der Maßnahmen zur Neugestaltung unserer Ortsmitte in Weitramsdorf. In den nächsten Monaten muss der Gemeinderat eine klare Richtungsentscheidung treffen: einzelne Bausteine weiterverfolgen – oder die gesamte Ortsmitte ganzheitlich, städtebaulich und langfristig zukunftsfähig neu aufstellen.
Es gibt hier kein Bilderbuch, aus dem man sich einfach etwas aussucht. Eine Ortsmitte, in der jahrelang nichts gemacht wurde, neu zu gestalten ist ein langwieriger und arbeitsreicher Prozess, bei dem wir alles mitdenken müssen, was man braucht und was man sich wünscht – und das unter Berücksichtigung der Haushaltslage sowie weiterer Anforderungen, die unausweichlich auf uns zukommen.
Architektenwettbewerb – Sachstand und Klarstellung
Der Architektenwettbewerb zur Neugestaltung der Ortsmitte ruht seit Sommer letzten Jahres. Wichtig ist hierbei: Der Wettbewerb hat 2024 bislang erst an zwei Terminen überhaupt stattgefunden – dabei wurden nur allgemeine Grundlagen besprochen, jedoch keine Entwürfe erarbeitet oder bewertet.
In der Berichterstattung der örtlichen Presse wurde teilweise der Eindruck erweckt, Fördermittel seien „verschenkt“ worden. Das ist nicht richtig. Auch für die im Raum stehenden 140.000 Euro gab es keinen Bewilligungsbescheid. Es wurde damals ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn ausgesprochen. Ein neuer Wettbewerb hat weiterhin gute Aussichten auf Förderung.
Der Wettbewerb wurde nicht wegen Spekulationen oder Einzelthemen gestoppt, sondern weil die Gemeinde derzeit eine neue Variante prüft und die bisherige Planung deshalb bewusst auf Eis gelegt wurde. Maßstab bleibt eine ganzheitliche und zukunftsfähige Entwicklung der gesamten Ortsmitte – mit einem verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern.
Keiner von uns würde doch für z. B. 500.000 Euro einfach das erstbeste Haus kaufen, ohne vorher genau zu prüfen, was man wirklich möchte und braucht, was man für sein Geld bekommt und vor allem in welchem Zustand das Ganze ist – und genauso gehen wir als Gemeinde vor: Erst sorgfältig prüfen, dann alle Optionen transparent dem Gremium vorlegen und anschließend verantwortungsvoll entscheiden. Auch hier haben wir unter meiner Verantwortung einen neuen Kurs eingeschlagen. Mir war und ist dieses Thema sehr wichtig. Daran wird sich nichts ändern: Ich bleibe dran – mit voller Kraft.
Gemeinsam zur besten Lösung
Es ist selbstverständlich legitim, unterschiedliche Meinungen zu haben. Gerade bei einem so bedeutenden Projekt müssen alle Optionen geprüft werden. Denn es handelt sich voraussichtlich um das größte Bauprojekt der Gemeinde, das jemals umgesetzt wird.
Auch die Möglichkeit, das ehemalige Verwaltungsgebäude der Firma Albrecht in ein Gesamtkonzept einzubeziehen – beispielsweise als Gemeinde- bzw. Begegnungszentrum – ob kommunal, öffentlich und privat - wird in diesem Zusammenhang betrachtet.
Kurz gesagt: Wir als Kommune haben es in der Hand, wie es dort weitergehen kann. Denn wenn wir es nicht anpacken, wird es niemand tun, und dann müssen wir alle mit diesem Gebäude und den angrenzenden Flächen sehr wahrscheinlich noch Jahrzehnte so leben.
Ich würde ihnen an dieser Stelle gerne etwas anderes sagen – aber das wäre nicht ehrlich und würde der Sache nicht gerecht.
Mir ist wichtig zu betonen: Es geht hierbei ausdrücklich nicht – wie fälschlicherweise immer wieder behauptet wird – um einen „reinen Rathausneubau“.
So stolz wir auch auf unser schönes Rathaus sind: Es ist inzwischen stark in die Jahre gekommen und deutlich baufällig. Außerdem fehlt es an allem, was heute nötig ist. Es gibt keine Erweiterungsmöglichkeiten, keine Sozialräume und keinen geeigneten Besprechungs- oder Sitzungssaal. Diese Tatsache können wir nicht wegdiskutieren. Darum müssen wir als Gemeinde jetzt handeln, damit eine funktionierende und zukunftsfähige Lösung entsteht.
Im weiteren Prozess geht es um die ganzheitliche und zukunftsfähige Neugestaltung unserer gesamten Ortsmitte. Ziel ist es, den Ortskern insgesamt aufzuwerten und an die Anforderungen der kommenden Jahre anzupassen.
Dabei sollen unter anderem Grünflächen stärker berücksichtig, mögliche Maßnahmen zur Renaturierung (z. B. Augraben) geprüft, Spiel- und Aufenthaltsbereiche weiterentwickelt, sowie eine angepasste und verbesserte Verkehrsführung erarbeitet werden. Ebenso ist die Schaffung von privatem Wohnraum in der Ortsmitte ein wichtiger Bestandteil der Planungen.
Der neu zu bildende Gemeinderat wird die grundlegenden Weichenstellungen treffen und das Projekt in der kommenden Legislaturperiode aktiv begleiten, weiterentwickeln und letztlich führen.
Ich bedaure es sehr, dass ausgerechnet stellvertretende Bürgermeister die Arbeit unserer Gemeindeverwaltung öffentlich in Frage stellen. An dieser Stelle wünsche ich mir schlicht mehr Zusammenarbeit und echte Mitarbeit. Denn wer ehrlich auf die Zahlen schaut, erkennt auch: Durch die Aussetzung von Beschlüssen, wie in diesem Fall – haben wir nicht „verschleppt“ sondern an manchen Stellen bewusst Geld eingespart – damit es nicht an anderer Stelle übereilt und ohne tragfähiges Gesamtkonzept ausgegeben wird, nur damit „irgendetwas passiert“.
Selbstverständlich werden wir Sie weiterhin umfassend informieren.
„Gemeinschafft“
Zusammen gestalten wir unsere Zukunft
Ihr
Hans Steinfelder
Erster Bürgermeister


