Neundorf
Urkundlich wird Neundorf im Jahre 1226 zum ersten Male genannt. Ein Streit zwischen Ulrich von Calwenberg (Callenberg bei Coburg) und dem Abt von Langheim sollte geschlichtet werden in dem der Calwenberger auf gewisse Güter in der Curie Burkersdorf (= Tambach) und in den dazugehörigen Dörfern veteri Curia (Altenhof), Weittersdorf (Weitramsdorf), Gerspech (Gersbach), Neundorf und Witzmannsberg verzichtete. Möglicherweise bestand Neundorf allerdings bereits 1000 n. Chr.
Die frühe Geschichte Neundorfs ist nur in engstem Zusammenhang mit dem Tambacher Klosterhof zu sehen. Bereits aus dem 13. Jahrhundert stammen Chorturm und Osthälfte des Neundorfer Gotteshauses. Während der Säkularisation in Bayern zog Joseph Carl von Ortenburg 1806 als neuer Herr in Tambach ein. Für die Abtretung seiner Besitzungen in Bayern wurde er mit dem Klosterhof zu Tambach entschädigt. Möglichst schnell sollte die Erinnerung an die klösterliche Vergangenheit beseitigt werden. Daher wurden viele Kunstschätze an die umliegenden katholischen Dörfer verschenkt. So erhielt Neundorf den wertvollen Jakobs- oder Heilandsbrunnen, der sich in der Ortsmitte befindet und unter Denkmalschutz gestellt ist sowie die „edle gen Himmel fahrende Maria“, welche in der Pfarrkirche Einzug hielt.
Bereits im Jahr 1710 befand sich ein Schulhaus in Neundorf, welches auch für die Kinder aus Altenhof, Hergramsdorf und Tambach genutzt wurde. Bei einer nötigen Renovierung 1832 zerstritten sich die Dörfer und Altenhof gründete daraufhin eine eigene Schule. Dennoch wuchs der Bedarf an Schulplätzen stetig und das Schulhaus musste noch mehrfach den Größenverhältnissen angepasst werden. Heute besuchen die Grundschüler das Schulhaus in Weitramsdorf, während die Mittelschüler das Schulhaus in Seßlach oder Untersiemau besuchen.
1972 stimmten die Neundorfer Bürger mit großer Mehrheit von 203:14 für die Eingliederung der Gemeinde nach Weitramsdorf. Seit dieser Zeit werden die Neundorfer Geschicke durch die Gemeinde Weitramsdorf verwaltet.
Einmal im Jahr veranstalten die Neundorfer ihre Kirchweihtage. Blaskapelle und Freiwillige Feuerwehr laden ein ins Zelt. Traditionell laden die Organisatoren ein zum Hahnenschlag mit anschließendem Kaffee und Kuchen. Im Anschluss beginnt die Kirchweihpredigt bei der so manch ein Ortspolitiker schon seinen Spruch erzählt bekam.



